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// Arbeitslosigkeit / News
AlVG Novelle Protest
MayDay, MayDay, Protest:
Drohende ALVG-Novelle entrechtet Arbeitslose völlig!
Protestkundgebung am Donnerstag, 6.12.2007, 10 Uhr,
vor dem AMS Redergasse 1, 1050 Wien
(U4 Pilgramgasse - Hinterausgang, 14a, 12a + 59a Bezirksamt Margareten).
Am 6. Dezember soll die Novelle zum Arbeitslosenversicherungsgesetz
(ALVG) beschlossen werden, ab Jänner 2008 in Kraft treten, ein Jahr
später die "Bedarfsorientierte Mindestsicherung" realisiert werden.
In der Sozialpolitik werden durch die anstehenden Änderungen neue
Akzente gesetzt, die auf eine weitere substanzielle Entrechtung und Prekarisierung
von Lohnarbeitslosen hinauslaufen. Es droht eine fortschreitende "Sondergesetzgebung"
- ähnlich wie schon im Asylbereich und im Bezug auf MigrantInnen
umgesetzt - für Lohnarbeitslose, in Wahrheit ein staatlich inszeniertes
Unterlaufen grundlegender Rechtsstaatlichkeit.
Der geplante verschärfte Zugriff auf erwerbsarbeitslose Menschen
- zum Zwecke der bedingungslosen "Bereitschaft" noch zur miesesten Lohnarbeit
unter nahezu allen UmstÃ?nden - in der ALVG Novelle ist dabei so
rigide und unverhüllt, dass sie selbst jetzige Zustände noch
in den Schatten stellt. Durch die Gesetzesänderung werden bisherige
Schikanen und halblegale Praktiken des AMS mit einem Schlag legalisiert.
Die Wege sich dagegen auf legalem Weg zu wehren, werden entweder unterbunden
oder extrem erschwert.
Weder Nüsse noch Mandarinen - was uns die geplante Novelle des
Arbeitslosenversicherungsgesetzes am 6. Dezember bringen würde:
Zumutbare Wegzeiten werden aufgehoben, (Zwangs)Kursmaßnahmen können
auch ohne Absprache mit den Arbeitslosen verordnet werden, zwangsweise
Tätigkeiten im Rahmen eines "Sozialökonomischen Betriebes" (SÖB)
oder eines "Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekts" (GBP) sind
möglich. Die Grenze zum offenen Arbeitszwang verschwimmt hier also
völlig. Mit der neuen Novelle übernehmen auch die aufgewerteten
privaten Arbeitsvermittlungsagenturen diese existenzbedrohenden "Kompetenzen".
Weiters kann das AMS Daten über AMS-BezieherInnen nun in einem
großen Ausmaß legal sammeln und diese auch an für das
AMS tätige privatwirtschaftliche Einrichtungen weitergeben! Eine
Verweigerung der Bekanntgabe von Daten führt zur Bezugs-Sperre. Die
Sanktion für nicht gemeldete Einnahmen bei "Pfusch" wird von 2 auf
4 Wochen (so viel ist nun an AMS- Bezüen zurückzuzahlen) ausgedehnt.
Das Ausmaß der "Lohnarbeitsbereitschaft" für Personen, die
für Volksschulkinder zu sorgen haben, wird von 16 auf 20 Stunden
hinaufgesetzt.
Ohne dem nötigen Druck von unten, also seitens der Betroffenen,
wird die verhaltene Kritik an einigen geplanten Verschärfungen von
Seiten der Gewerkschaft und Arbeiterkammer (die die Novelle übrigens
maßgeblich mit vorbereitet haben und deren VertreterInnen in den
Leitungsgremien des AMS sitzen) nicht viel ändern. Dies macht es
jedoch um so notwendiger, dass wir uns Gehör verschaffen.
Denn letztendlich ist diese Gesetzesänderung mehr als nur eine
weitere Initiative, jeden Wunsch nach Selbstbestimmung über das eigene
Leben im Keim zu ersticken und als unflexibel, störrisch, arbeitsunwillig,
problematisch, ja pathologisch zu denunzieren und praktisch zu sanktionieren.
Dem Horrorszenario des totalen staatlichen Zugriffs auf jeden einzelnen
Menschen zum Zwecke der Unterwerfung unter Arbeitszwang und Gehorsam wehren
wir damit einen großen Schritt näher - wenn wir uns nicht gemeinsam
dagegen wehren. Nach wie vor gilt: Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand
zur Pflicht!
Protestkundgebung am Donnerstag, 6.12.2007, 10 Uhr,
AMS Redergasse 1, 1050 Wien
(U4 Pilgramgasse - Hinterausgang, 14a, 12a + 59a Bezirksamt Margareten).
Seid kreativ!
Weitere Infos zum Thema, aber auch einen Austausch mit anderen Betroffenen,
gibt's unter http://chefduzen.at,
Rubrik AMS.
und weiters sind Proteste möglich an: Wollen Sie eine Arbeit mit
2 oder auch mehr Stunden Wegzeit hin und zurück? Wird das durch die
Novelle des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AlVG) möglich?
FRAG NACH, z.B. am Telefonaktionstag, dem 5.12. Infos unter http://chefduzen.at,
Rubrik AMS:
Arbeiterkammer: 01/50165
Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB):
05-777 444
Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz (Bmsk): 01/71100-0
SPÖ: 01 / 53 427
Impressum: S. Precaria, 1070 Wien
Impressum
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